Geschichte und Rassebeschreibung

 

Der Black and Tan Coonhound hat seinen Ursprung in Nordamerika. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das so genannte „Coonhunting“, also die Jagd auf Opossums und Waschbären, in Amerika recht intensiv betrieben. Da lag es nahe, einen speziell für diese Aufgabe geeigneten Jagdhund zu schaffen. Die Pfadfinder Simon Kenton und die Poe Brüder aus Ohio, sowie Daniel Boone aus Kentucky waren Ende des 18. Jahrhunderts wohl die ersten, die sich der gezielten Zucht eines solchen „Waschbärenhundes“ widmeten. Dieser sollte ausdauernd und beweglich auch des Nachts in schwierigem Gelände agieren, verlässlich Wildfährten verfolgen und den Jäger mit lauter und durchdringender Stimme darüber informieren, wo sich das verfolgte/gestellte Wild aufhält. Aus diesen ersten Züchtungen, die vorrangig aus Kreuzungen zwischen verschiedenen europäischen Foxhounds, dem aus Irland stammenden Kerry Beagle und dem aus Belgien stammenden St. Hubertushund/Bloodhound hervorging, und nachkommenden Hunden von Simion Shirk und seinem Enkel Holmes Lingo entstand dann Anfang 1800 die berühmte „Old Glory Linie“. Diese gilt als erste Linie dieser Rasse und wurde ca. 150 Jahre rein fortgezüchtet. Spätere Einflüsse durch die Brüder Merritt im 19. Jahrhundert und Don Stringer und dessen „Ten Oaks Linie“ um 1930 trugen maßgeblich zur Entwicklung des jetzigen Black and Tan Coonhounds bei.

Der Black and Tan Coonhound wurde von Anbeginn als fährtenstarker „Foxhound“ gezüchtet. Als solcher liegt es in seinen Genen, sozialverträglich in der Meute zu jagen und der Fährte des Wildes über lange Strecken zu folgen. Hierbei wird der B&T Coonhound nicht, wie man annehmen könnte, ausschließlich zur Waschbärenjagd genutzt, in den USA kommt er auch regelmäßig zur Jagd auf Sauen, Hirsche, Bären und Berglöwen zum Einsatz, wahrscheinlich häufiger als zur Waschbärenjagd. Hierbei arbeitet der Hund sowohl an der Leine, als auch freilaufend anfangs still; auf der frischen Fährte, nach dem Hochmachen und insbesondere auf Sicht, hetzt der BTCh dann aber stimmgewaltig und ausdauernd. Das gestellte Wild wird anhaltend verbellt. Außer dem einzigartigen und herausragenden Laut, fällt der Black and Tan Coonhound in erster Linie durch seine stattliche Größe, das entschlossene Auftreten mit dem kraftvollen, raumgreifenden Gang und das dichte, eng anliegende, tiefschwarze Fell mit den leuchtenden lohfarbenen Abzeichen und seinen charakteristisch langen Behängen auf.

Seine über hunderte von Jahren gezielt gezüchteten Veranlagungen, sein ausgezeichneter Geruchssinn, das akribische Verfolgen von Geruchsspuren und sein bedingungsloser Wille zum Finden, zeichnet den Black and Tan Coonhound auch zum Fährtenhund und Mantrailer aus. Gegenüber Familienmitgliedern, egal ob zwei- oder vierbeinig, zeigt sich der B&T Coonhound als „gelernter“ Meutehund regelmäßig sozialverträglich. Strahlen seine dunkelbraunen Augen auch große Ruhe und Gelassenheit aus, so ist er doch stets aufmerksam und beobachtet seine Umgebung genau. Besuch wird rigoros angekündigt. Ist dieser Besuch aber für „seine“ Menschen ok, so ist er das für den B&T Coonhound auch.

Während seine Unbeirrbarkeit und sein starker Wille bei der Jagd/beim Trailen überaus geschätzt werden, stellen sie sich in der Haltung und Erziehung zum Teil als etwas hinderlich dar. So kann der B&T Coonhound durchaus eigensinnig und stur reagieren,  besonders wenn sein Besitzer ihm nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt oder Befehle mit zu viel Härte hervorbringt. Wer diesem Hund aber regelmäßig eine angemessene Aufgabe zukommen lässt, ihm ein gesundes Maß an Freiheit zugesteht und seinen Bewegungsdrang zu befriedigen weiß, wird den Black and Tan Coonhound als einen sehr ausgeglichenen und verträglichen Begleiter erleben, der sich auch in Familien mit Kindern überaus wohlfühlt.

Klassifikation:

AKC Anerkennung 1945 (UKC Anerkennung 1900)

FCI Anerkennung 1945 Nr.: 300 Klasse: 6 Lauf- und Schweißhunde

JGHV: Nr. 10 Meutehund BTCh

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FCI Rassestandard American Black and Tan Coonhound
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